| Anlieferung / Reinigung
Der angelieferte Mais wird zunächst einer Eingangskontrolle unterzogen.
Falls er den Spezifikationen der jeweiligen Stärkefabrik entspricht,
wird er zunächst gesiebt, um grobe Verunreinigungen, wie z. B. Steine
und Spindeln sowie Staub, Fremdbesatz und Bruch abzutrennen. Nach der
Reinigung wird der Mais zwischengelagert, um anschließend in die
Quellbehälter gefördert zu werden.
Quellung
Eine gute Quellung ist Voraussetzung für eine hohe Ausbeute und
gute Qualität der Stärke. Dazu wird der gereinigte Mais mit
Quellwasser angesetzt und 40-50 Stunden bei 50°C gequollen. Die Quelltanks
sind dabei üblicherweise in Serie geschaltet, wobei sie nach dem
Gegenstromprinzip betrieben werden. Um optimale Quellungsbedingungen zu
erreichen, wird das Quellwasser durch Zusatz von Schwefel- oder Salzsäure
bei pH=4 gehalten und zusätzlich mit Schwefeldioxid versetzt. Dieses
Milieu gewährleistet eine optimale Wasseraufnahme des Maiskorns sowie
eine kontrollierte Fermentation von Milchsäurebakterien. Gleichzeitig
bewirkt dieses Quellwasser, dass die Körner erweicht und lösliche
Stoffe herausgelöst werden. Dadurch wird die Bildung unerwünschter
Mikroorganismen, wie Hefe, Pilze und Schimmel unterdrückt. Die Körner
erreichen dabei fast ihre doppelte Größe und erhöhen ihren
Wassergehalt von 15% auf ca. 45%.
Grobvermahlung und Keimabtrennung
Die fertig gequollenen Maiskörner zeichnen sich dadurch aus, dass
sie sich mit dem Fingernagel zerquetschen lassen und sich die Haut ablösen
lässt. Aus dem aufgebrochenen Korn lässt sich der Keim sehr
gut herauslösen. Dieser Effekt wird bei der Keimabtrennung genutzt.
Die Körner werden mit einer so genannten Zahnscheibenmühle
aufgebrochen, wodurch die Keimlinge frei gesetzt werden. Die Mahlung muss
so schonend erfolgen, dass kein Öl aus den Keimen freigesetzt wird.
Das Öl würde sich an die Stärke anlagern und die Qualität
der Stärke herabsetzen. Die spezifisch leichteren Keime können
nun in speziellen Entkeimungszyklonen abgetrennt werden. Der Vorgang des
Grobvermahlen und Entkeimen wird zur möglichst vollständigen
Keimabtrennung zweimal durchgeführt. Die Keime werden anschließend
gewaschen und getrocknet und die getrockneten Keime an Firmen verkauft,
die sie zur Maiskeimöl-Gewinnung heranziehen.
Feinvermahlung und Extraktion
Nach der vollständigen Entfernung der Keime wird der Mais in so
genannten Impakt-Mühlen so fein vermahlen, dass die Stärkekörner
vollständig aus den Zellverbänden des Endosperms befreit werden.
Dieser Brei wird über Bogensieb-Kaskaden geführt, wobei die
Stärkemilch mit der Proteinfraktion, den sogenannten Gluten, durch
die Siebe durchtritt. Auf den Sieben bleibt der grobe Faseranteil, der
aus Schalen- und Zell-Teilen besteht, zurück. Die Bogensiebe sind
hintereinander geschaltet. Um eine möglichst vollständige Auswaschung
der Stärke aus den Fasern zu erreichen, werden sie im Gegenstromverfahren
betrieben und zusätzlich in der letzten Stufe Prozess-Waschwasser
zugesetzt.
Die Fasern werden in Schneckenpressen entwässert und anschließend
getrocknet. Die getrockneten Fasern werden als Viehfutter eingesetzt.
Glutenabtrennung
In der Stärkerohmilch befindet sich noch der gesamte Proteinanteil.
Zur Abtrennung des Protein wird die Rohmilch über einen Separator
geführt, wo der Dichteunterschied zwischen Stärke und Protein
ausgenützt wird. Der Oberlauf, der aus dem Separator austritt, besteht
vorwiegend aus Protein und wird zur weiteren Aufkonzentrierung über
einen zweiten Separator geführt. Die Proteinfraktion, die auch Gluten
oder Kleber genannt wird, wird auf einem Vakuumdrehfilter entwässert
und anschließend getrocknet. Sie findet als Futterzusatz v. a. bei
Hühnern als Protein-Quelle und aufgrund des hohen Xanthophyll-Gehalts
als Farbstoff für die Dotter Verwendung.
Stärkeraffination
Die aus dem Unterlauf des Primärseparators austretende Stärkemilch
enthält noch 1%-2% Protein und Feinfasern. Zur Raffination wird sie
über eine mehrstufige Multihydrozyklonanlage geführt. In der
letzten Stufe der Hydrozyklonanlage wird als einzige Stelle im ganzen
Prozess Frischwasser zudosiert.
Durch optimale Auslegung und Einstellung der Anlage kann der Restproteingehalt
in der Stärke auf unter 0,4% in TS reduziert werden. Hydrozyklonanlagen
haben sich aufgrund ihrer hohen Leistung und ihres geringen Wasserverbrauchs
sowie ihres geringen Wartungsaufwandes bei der Raffination von Stärken
durchgesetzt.
Entwässerung und Trocknung
Die raffinierte Stärke mit einem Wassergehalt von ca. 65% wird in
einer Schälzentrifuge zunächst entwässert. Dabei wird der
Restwassergehalt auf unter 40% gesenkt. Die innerste Schicht des Filterkuchens,
die gelblich ist und einen hohen Proteingehalt hat, wird abgenommen und
dem Prozess rückgeführt. Die reine Stärke wird anschließend
in Stromtrocknern getrocknet. Um eine optimale Lagerfähigkeit zu
erreichen, darf die Restfeuchte 14% nicht übersteigen.
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